Dieser Tage stoppten Paddler auf einem Wildwasser im Naturpark Eisenwurzen in Österreich ihr Boot, weil sie ihren Augen nicht trauten. Sie mußten sich davon überzeugen, dass sie das, was sie da am Ufer sahen, auch Wirklichkeit ist. Dort lagen zwei Männer in Neoprenanzügen auf einem Felsen, anscheinend mit schweren Verletzungen, und ein großes Schlauchboot, ein Raftingboot, trieb kieloben im Fluß. Hier ist wohl etwas Schlimmes geschehen!
Tatsächlich näherten sich schon Retter in einem kleinen Raftingboot. Während die Paddler eine ganze Weile der umsichtigen Erstversorgung der Verletzten zusahen und schon meinten, den Rettern beim Abtransport der zwei Männer helfen zu müssen, zündete einer der Retter plötzlich ein Rauchsignal und erklärte lautstark die Rettungsübung für beendet.
Eine solche Rescue-Übung steht wie jedes Jahr am Beginn der Rafting-Saison. Die Sicherheit wird beim
Rafting großgeschrieben, denn die gut ausgebildeten Guides müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, wenn sie mit ihren Gästen das ungemein beliebte Rafting-Abenteuer oder eine erlebnisreiche Canyoningtour starten.
Vor allem die
Salza im Naturpark Eisenwurzen, eines der schönsten Wildwasser Österreichs für Raftingtouren, ist ein großer Anziehungspunkt. Da kommen Wasser-Abenteurer aus ganz Österreich, immer mehr aber auch aus Ungarn und der Tschechischen Republik, um auf der Salza einen unvergeßlichen Tag zu erleben. Und natürlich viele Familien mit Kindern, denn Kinder dürfen schon ab sechs Jahren mitfahren.
Spaß und Gelächter beginnen schon beim Einkleiden, wenn die Rafter in ihre neue Haut aus Neopren schlüpfen, in die Raftingstiefel steigen, den Schutzhelm aufsetzen, die Schwimmweste anziehen und ein Paddel durch die Luft schwingen. So „gestylt“ nimmt sie dann ihr Rafting-Guide in seine Obhut. Er weist sie am Einstieg erst in die Geheimnisse und Richtlinien des Raftings ein und dann saust das Boot mit ihnen über Wellen, durch Gischten, vorbei an der herrlichen Naturlandschaft und durch die wunderschöne Palfauer Schlucht. Vor allem die Kinder jauchzen und schreien vor Vergnügen. Aber auch die Erwachsenen vergessen bald ihre Zurückhaltung, sie kreischen, lachen und brüllen, daß es von den vorbeiflitzenden Felsen zurückhallt.
Was hier beim Rafting passiert, ist nicht nur ein schönes, lustiges und sportliches Abenteuer, ein Loslassen vom hektischen Alltag, es öffnet auch die Sinne und die Seele und reinigt das Gemüt. Dieses seltsame Phänomen erleben auch die anderen Abenteurer, die ohne Boot im Wildwasser beim
Canyoning unterwegs sind: Auch sie sind bekleidet mit dicken Neoprenanzügen und folgen dem rauschenden Wasser zu Fuß über Felsen und Steine und durch Schluchten, sie rutschen über glattgeschliffenes Gestein in tiefe, klare Pools oder springen in glitzernde Tümpel. Über Wasserfälle hilft ihnen ihr Canyoning-Guide beim Abseilen. Wenn sie dann wieder unten im Tal ankommen, aus dem Wasser stapfen und über grüne Wiesen in die Wärme der Sonne eintauchen, fühlen sie sich fast wie neue Menschen.
Klaus Hausl
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können